
Von den alten Veden, die manche für 7000 Jahre alt halten, bis zu den 2000 Jahre alten Schriftrollen vom Toten Meer zieht sich das Thema durch, dass die Welt ein Spiegel von Ereignissen ist, die sich auf einer höheren Ebene zutragen. In seinem Kommentar zu den neuen Übersetzungen eines Fragments der Schriftrollen vom Toten Meer Die Lieder des Sabbbat-Opfers fasst der Übersetzer den Inhalt mit den Worten zusammen: “Was auf Erden geschieht ist nur ein blasser Abglanz einer größeren, letzten Wirklichkeit.”
Sowohl die Quantentheorie als auch die alten Texte weisen darauf hin, dass wir in den Bereichen des Unsichtbaren die Muster für unsere Beziehungen, Karrieren, Erfolge und Niederlagen der sichtbaren Welt anlegen. Aus dieser Sicht wirkt die göttliche Matrix wie eine große kosmische Leinwand, auf der wir die auf das physische Medium des Lebens projizierten nichtphysikalischen Energien unserer Gefühle und Überzeugungen (unseres Ärgers, unseres Hasses und unserer Wut, aber auch unserer Liebe, unseres Mitgefühls und Verständnisses) betrachten können.
Genauso wie eine Filmleinwand ohne jeden Vorbehalt das Bild dessen zeigt, was gefilmt wurde, scheint auch die Matrix vorbehaltlos unsere inneren Erfahrungen und Überzeugungen in die Welt zu spiegeln. In unseren Beziehungen “zeigen” wir manchmal unbewusst und manchmal bewusst unsere tiefsten Überzeugungen - von Mitgefühl bis zum Betrug.
Wir sind die Künstler und das Kunstwerk
Wir sind wie Künstler, wir bringen unsere tiefsten Leidenschaften, Ängste, Träume und Sehnsüchte auf der lebendigen Essenz einer geheimnisvollen Quanten-Leinwand zum Ausdruck. Doch im Gegensatz zu der gewöhnlichen Leinwand der Maler, die zur jeweiligen Zeit nur an einem Ort existiert, besteht unsere Leinwand aus dem gleichen Stoff, aus dem auch alles andere besteht - sie ist überall und allgegenwärtig.
Wir wollen die Analogie noch einen Schritt weiterführen. Gewöhnlich sind Künstler etwas anderes als ihr Kunstwerk. Mit Hilfe ihrer Werkzeuge erzeugen sie aus einer inneren Schöpfung ein äußeres Werk. In der göttlichen Matrix löst sich die Trennung zwischen Kunstwerk und Künstler jedoch auf: Wir sind genauso die Leinwand wie auch die Bilder, die auf ihr abgebildet sind. Wir sind die Werkzeuge und der Künstler, der sie einsetzt.
So wie ein Künstler ein Bild so lange überarbeitet, bis es mit seiner inneren Vorstellung übereinstimmt, scheinen auch wir durch den göttlichen Urgrund unser Leben zu gestalten. Die Palette unserer Überzeugungen, Vorbehalte, Emotionen und Gebete wirft uns mit verschiedenen Individuen an unterschiedlichen Orten in Beziehungen, Aufgaben und Situationen von Unterstützung und Verrat. Doch gleichzeitig kommen uns diese Menschen und Situationen oft auf unheimliche Weise bekannt vor. Sowohl individuell als auch gemeinsam leben wir in einem endlosen Kreislauf der Schöpfungen unseres Innenlebens, Augenblick um Augenblick, Tag um Tag, Jahr um Jahr. Welch herrliches, merkwürdiges, machtvolles Konzept!
So wie ein Maler in dem Bemühen, eine Idee möglichst vollkommen zum Ausdruck zu bringen, immer wieder die Leinwand bearbeitet, arbeiten auch wir immer weiter an unseren endlosen Schöpfungen.
Die Konsequenz dieser Vorstellung, von einer von uns selbst formbaren Welt umgeben zu sein, sind weitreichend und vielleicht ein wenig beängstigend. Unsere Fähigkeit, den göttlichen Urgrund absichtsvoll und schöpferisch zu nutzen, versetzt uns in die Lage, alles an unserem Verhältnis zum Universum zu ändern. Zumindest legt sie nahe, dass im Leben sehr viel mehr möglich ist, als zufällige Ereignisse und gelegentliche Synchronizitäten, aus denen wir das Beste zu machen versuchen.
Unsere Beziehung zur Quantenessenz, die uns mit allem verbindet, erinnert uns daran, dass wir selbst Schöpfer sind. Als Schöpfer können wir alles, unsere tiefsten Sehnsüchte nach Heilung, Fülle, Freude und Frieden, in allem, von unserem Körper bis zu unseren Beziehungen, bewusst zum Ausdruck bringen, zu der Zeit und in der Form, wie wir es für richtig halten.
Auszug aus dem Buch: “Im Einklang mit der göttlichen Matrix” von Gregg Braden - Koha Verlag.

